Montag, 15. Juni 2015

"Verschleierte Frauen sind intelligenter!"



Zwei Bilder, die für die Beachtung der islamischen Hijab-Vorschriften im Iran propagieren:


Fars-News Nachrichtenagentur


„Die Cyber-Organisation für Sittlichkeit und Hijab„


Im Iran der 1980-er Jahre haben nur wenige Frauen sich getraut, frohe Farben anzuziehen oder sich zu schminken. Fast alle haben die Hijab-Vorschriften gänzlich befolgt. Die wenigen, die sich dieser widersetzten, wurden sofort verhaftet, bestraft und gepeinigt. Es gingen Gerüchte um, dass den Frauen, die Lippenstift tragen, die Lippen mit Rasierklinge aufgeschnitten werden, und die Füße und Hände derjenigen, die sich nicht „angemessen“ kleiden, in Säcke voller Kakerlaken gesteckt werden.

Ich weiß nicht, ob diese Gerüchte der Wahrheit entsprachen, aber sie hatten die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Mit der Zeit ließ die Akzeptanz des islamischen Systems immer mehr nach, und immer mehr Menschen trauten sich, gegen die Gesetze und Vorschriften des Regimes zu rebellieren. Die Folge war, dass das Regime nicht mehr imstande war, gegen die ungehorsamen Massen vorzugehen.

Um die Macht des Regimes zur Schau zu stellen und die Menschen zu erschrecken, werden ab und zu von der Sittenpolizei Operationen durchgeführt und Menschen wegen ihrer Bekleidung, ihres Haarschnitts oder der Nicht-Beachtung von Geschlechtertrennung verhaftet. Auch Cafés und Restaurants, die zum Treffpunkt junger Frauen und Männer geworden sind, werden bei solchen Operationen geschlossen. Gelegentlich werden Verhaftete ins Fernsehen gebracht, um „zuzugeben“, Agenten Israels, Amerikas oder Großbritanniens zu sein.

Es werden immer wieder neue Gesetze verabschiedet, die Frauen vom öffentlichen Leben fernzuhalten versuchen. Vor ein paar Monaten wurde ein Gesetz verabschiedet, das Frauen das Studieren bestimmter Fächer untersagt. Dieses Gesetz war eine Reaktion auf den schon länger bestehenden Umstand, dass die Zahl der studierenden Frauen im Iran die der Männer übersteigt. Vor kurzem wurde Frauen untersagt, Shisha-Cafés zu betreten. Shisha-Cafés waren unter jungen Frauen sehr beliebt geworden und die meisten trafen sich dort mit ihren männlichen Freunden oder Liebespartnern.

Die obigen Karikaturen zeigen wie verzweifelt das Regime um die Erhaltung seiner Macht kämpft. Die Zahl der Iraner/innen, die sich gegen die islamischen Gesetze auflehnt und Demokratie und Säkularismus befürwortet, steigt tagtäglich. Und da den meisten von ihnen das Leben im Iran wie in der Hölle vorkommt und sie denken, zu verlieren hätten sie nicht mehr viel, haben immer weniger Menschen Angst, sich öffentlich gegen das Regime zu stellen.


April 2012

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