Dienstag, 16. Juni 2015

Wer hat Angst vor Hollywood?



Ich hatte viel von Jean-Luc Godard gehört, und zwar nur Positives, hatte aber nie einen Film von ihm gesehen. Vor kurzem lief im Fernsehen „Die Verachtung und ich habe mich dazu entschlossen, den Film anzuschauen, um herauszufinden, warum so viele Kunstliebhaber und Künstler Godard toll finden.

Die Enttäuschung war groß. Selten habe ich so einen oberflächlichen Film gesehen. Godard bringt seine Kritik an Hollywood und die Vermarktungsstrategien der Filmindustrie ziemlich lächerlich und niveaulos zum Ausdruck: Ein europäischer Drehbuchautor „verkauft“ sich an einen US-Produzenten und wirkt bei der Produktion eines Kitsch-Films mit. Der total verblödete Amerikaner zwingt den Europäer nicht nur zur geistigen Prostitution, sondern schnappt ihm auch seine Frau weg. Das erinnerte mich ein bisschen an die Äußerungen mancher Ausländerfeinde: „Die nehmen uns nicht nur unsere Jobs weg, sondern ficken auch unsere Frauen!“

Am Ende des Films gewinnt der Europäer seine Würde zurück, indem er seine Mitarbeit kündigt. Der Amerikaner und die Frau kommen um und Fritz Lang, der bekannte österreichische Filmemacher, übernimmt wieder die Regie! Nicht allein die Handlung bleibt in diesem Film an der Oberfläche, auch die Charaktere sind klischeehaft und haben keine Tiefe. Der Film ähnelt eher einem schlecht geschriebenen linken Flugblatt als einem Kunstwerk.


April 2012

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